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Dennis Gutjahr Tierheilpraxis & Hundephysiotherapie in Rehburg Tierheilpraktiker · Ernährungsberater · Dozent für Tierheilkunde
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Futterumstellung beim Hund – Plan, Mengen und Tipps

Inhaltsverzeichnis

Neues Futter ist gekauft – aber wie kommt es jetzt am besten in den Napf? Direkt austauschen oder langsam untermischen? Und was bedeutet es, wenn der Kot plötzlich weicher wird?

Bei einer geplanten Futterumstellung hilft ein schrittweises Vorgehen. Entscheidend sind dabei die passende Futtermenge und die Reaktion deines Hundes. Hier erfährst du, wie du den Wechsel vorbereitest und wann du tierärztlichen Rat einholen solltest.

Wann ist eine Futterumstellung sinnvoll?

Ein Futterwechsel kann beispielsweise nötig sein, wenn sich die Bedürfnisse deines Hundes verändern oder eine Erkrankung eine angepasste Ernährung erfordert.

Bevor du wechselst, lohnt sich die Frage: Was möchtest du mit der Umstellung erreichen? Geht es um Körpergewicht, Verträglichkeit, eine andere Fütterungsform oder eine medizinisch notwendige Diät?

Bei wiederkehrendem Durchfall, Erbrechen, Juckreiz oder unbeabsichtigtem Gewichtsverlust sollte zunächst tierärztlich geklärt werden, was dahintersteckt. Häufige Futterwechsel auf Verdacht erschweren es, den Verlauf nachzuvollziehen.

Wie lange dauert eine Futterumstellung beim Hund?

Für einen gesunden erwachsenen Hund ist etwa eine Woche ein sinnvoller Ausgangspunkt. Empfindliche Hunde können länger brauchen. Der Kalender ist dabei weniger wichtig als die Verträglichkeit.

Bei einer Erkrankung oder einer verordneten Diät gelten die individuellen Anweisungen deiner Tierarztpraxis. Der folgende Beispielplan ersetzt diese nicht.

Futter schrittweise umstellen: ein Beispielplan

ZeitraumBisheriges FutterNeues Futter
Tag 1–275 %25 %
Tag 3–450 %50 %
Tag 5–625 %75 %
Ab Tag 7, bei guter Verträglichkeit0 %100 %

Wichtig: Die Prozentangaben beziehen sich auf die jeweilige Tagesration, nicht pauschal auf dasselbe Grammgewicht.

Trockenfutter und Nassfutter enthalten unterschiedlich viel Wasser und liefern pro Gramm unterschiedlich viel Energie. Deshalb kannst du beispielsweise 100 Gramm Trockenfutter nicht einfach durch 100 Gramm Nassfutter ersetzen.

Ein Rechenbeispiel: Beträgt die passende Tagesration des bisherigen Futters 200 Gramm und die des neuen Futters 800 Gramm, bestehen die ersten beiden Tage aus 150 Gramm bisherigem Futter und 200 Gramm neuem Futter. Das Beispiel zeigt, wie du rechnest. Wie du die Tagesrationen festlegst, liest du im Ratgeber Wie viel Futter braucht mein Hund?

Was solltest du während der Umstellung beobachten?

Notiere dir möglichst täglich:

  • welches Futter und welche Menge dein Hund bekommen hat,
  • Leckerlis, Kauartikel und Ergänzungen,
  • Appetit, Kotkonsistenz und Häufigkeit des Kotabsatzes,
  • Erbrechen, Blähungen oder Veränderungen des Allgemeinbefindens.

Führe möglichst nicht gleichzeitig mehrere neue Futtersorten, Kauartikel und Ergänzungen ein. So lässt sich leichter nachvollziehen, worauf dein Hund reagiert.

Was tun bei weichem Kot oder Durchfall?

Eine zu schnelle Umstellung kann Verdauungsbeschwerden auslösen. Durchfall nach einem Futterwechsel beweist aber weder eine Allergie noch, dass ausschließlich das neue Futter verantwortlich ist.

Ist der Kot nur etwas weicher und dein Hund ansonsten unauffällig, erhöhe den Anteil des neuen Futters zunächst nicht weiter. Bei einer gewöhnlichen, nicht medizinisch vorgeschriebenen Umstellung kann es helfen, langsamer vorzugehen oder zur zuvor vertragenen Stufe zurückzukehren.

Ruf bei Blut im Kot, schwarzem teerartigem Kot, wiederholtem Erbrechen, deutlicher Mattigkeit oder Futterverweigerung direkt in der Tierarztpraxis an. Auch anhaltender Durchfall sollte untersucht werden. Bei Welpen, sehr alten oder vorerkrankten Hunden solltest du frühzeitig deine Tierarztpraxis kontaktieren.

Frisches Wasser sollte jederzeit verfügbar sein.

Häufige Fehler bei der Futterumstellung

Die gleiche Grammmenge weiterfüttern

Die passende Menge hängt vom Energiegehalt des Futters und vom individuellen Bedarf ab. Die bisherige Grammzahl lässt sich nicht automatisch auf das neue Futter übertragen.

Trotz Beschwerden immer weiter steigern

Der Umstellungsplan ist eine Orientierung. Treten Probleme auf, braucht es eine Anpassung und gegebenenfalls eine Untersuchung.

Mehrere Dinge gleichzeitig verändern

Neue Hauptnahrung, neue Leckerlis und neue Ergänzungen machen es schwer, Veränderungen zuzuordnen.

Beschwerden als „Entgiftung“ abtun

Durchfall oder Erbrechen sind kein Beleg dafür, dass der Körper durch das neue Futter entgiftet. Solche Beschwerden sollten ernst genommen und bei Bedarf abgeklärt werden.

Häufige Fragen zur Futterumstellung

Darf ich altes und neues Futter mischen?

Bei einem gewöhnlichen Futterwechsel ist das schrittweise Mischen ein übliches Vorgehen. Bei einer Ausschlussdiät oder einer medizinisch verordneten Ernährung gelten besondere Vorgaben, die du vorher mit deiner Tierarztpraxis besprechen solltest.

Muss ich bei der Umstellung die Marke wechseln?

Nein. Ob ein Futter passt, hängt von seiner Zusammensetzung, der bedarfsgerechten Versorgung und der individuellen Verträglichkeit ab. Ein Markenwechsel allein ist kein Qualitätsnachweis.

Braucht mein Hund automatisch einen Darmaufbau?

Zusätzliche Präparate sind kein fester Bestandteil jedes Futterwechsels. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, sollte anhand der Beschwerden und einer konkreten Fragestellung entschieden werden.

Ist eine Futterumstellung dasselbe wie eine Ausschlussdiät?

Nein. Eine Ausschlussdiät dient der gezielten Abklärung vermuteter Futterreaktionen. Auswahl, Durchführung und spätere Überprüfung werden dafür gesondert geplant. Mehr dazu erfährst du auf meiner Seite zu Allergien und Juckreiz beim Hund.

Unterstützung bei der passenden Fütterung

Du möchtest das Futter wechseln und bist unsicher, welche Sorte oder Menge zu deinem Hund passt? In meiner Ernährungsberatung für Hunde betrachten wir die aktuelle Fütterung, deinen Anlass für den Wechsel und vorhandene Befunde.

Bei wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden findest du weitere Informationen zur Darmgesundheit beim Hund.

Hier kannst du deine Ernährungsberatung anfragen.

Fachquellen

AAHA-Leitlinie zu Ernährung und Gewichtsmanagement · Cornell University College of Veterinary Medicine zu Durchfall beim Hund

Weiterführende Information: Wenn Sie auf ein gepresstes Trockenfutter wechseln möchten, hilft vorab die Einordnung von kaltgepresstem Hundefutter und seinen Grenzen. Das Pressverfahren allein sagt nichts über die Verträglichkeit aus.

Persönlich für dich und dein Tier

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