Tierheilpraxis für Seelze, Hannover & Rehburg-Loccum Donnerstags auf Gut Rosenbraken
Dennis Gutjahr Tierheilpraxis auf Gut Rosenbraken Tierheilpraktiker · Ernährungsberater · Dozent für Tierheilkunde
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Ernährungsberatung für Hunde und Katzen: Was gehört wirklich in den Napf?

Inhaltsverzeichnis

Du stehst vor dem Futterregal, liest Zutatenlisten und fragst dich, welches Futter zu deinem Tier passt. Auf einer Verpackung steht „natürlich“, auf der nächsten „sensitiv“. Im Internet findest du zu jeder Empfehlung eine gegenteilige Meinung.

Vielleicht frisst dein Hund auch scheinbar alles, hat aber immer wieder weichen Kot. Oder deine Katze lässt neues Futter konsequent stehen, während du dir Gedanken um ihr Gewicht machst.

Eine Ernährungsberatung für Hunde und Katzen hilft dir, solche Fragen geordnet anzugehen: Was bekommt dein Tier tatsächlich? Passt die Ration zu seinem Bedarf? Und welche Veränderungen sind sinnvoll und im Alltag machbar?

Was ist eine Ernährungsberatung für Hunde und Katzen?

Eine Ernährungsberatung betrachtet die gesamte Fütterung im Zusammenhang mit dem Tier. Neben Hauptfutter und Portionsgröße gehören auch Leckerchen, Kauartikel, Ergänzungen und Futter zur Medikamentengabe dazu.

Alter, Aktivität, Gewichtsentwicklung, Körperfett und Muskulatur liefern wichtige Hinweise. Eine Bewertung nur anhand des Gewichts oder einer einzelnen Zutatenliste greift deshalb zu kurz. Auch tiermedizinische Ernährungsleitlinien berücksichtigen ausdrücklich die Fütterungsgeschichte und die Lebensumstände. [1]

Für mich beginnt die Beratung mit deiner Frage: Was möchtest du für dein Tier verbessern oder überprüfen lassen? Daraus ergibt sich, welche Informationen wir brauchen und welche Schritte anschließend sinnvoll sind.

Wann ist eine Ernährungsberatung sinnvoll?

Du musst nicht warten, bis dein Tier Beschwerden hat. Eine Beratung kann auch dazu dienen, eine bestehende Fütterung zu prüfen oder eine neue Lebensphase vorzubereiten.

Typische Anlässe sind:

AnlassMögliche Fragen in der Beratung
Welpe oder Kitten zieht einPasst das Futter zum Wachstum? Wie lässt sich die Entwicklung begleiten?
Gewicht verändert sichStimmen Energiezufuhr, Portionen und zusätzliche Snacks?
Verdauung ist wiederholt auffälligWas wird gefüttert, was wurde untersucht und welche Zusammenhänge sollten geprüft werden?
Haut- oder FellproblemeGibt es einen begründeten Verdacht auf eine Futterreaktion?
Dein Tier wird älterVerändern sich Fressverhalten, Gewicht oder Muskulatur?
Du möchtest selbst kochen oder BARFenIst die gesamte Ration bedarfsdeckend und sicher zusammengestellt?

Wiederkehrendes Erbrechen, Durchfall, ungewollter Gewichtsverlust oder verändertes Fressen gehören auch tierärztlich abgeklärt. Solche Veränderungen können ernährungsbezogene und andere medizinische Ursachen haben. [2]

Ernährungsberatung für Hunde: Mehr als die richtige Futtermenge

Zwei Hunde mit gleichem Körpergewicht müssen nicht dieselbe Futtermenge benötigen. Aktivität und Lebensphase beeinflussen den Energiebedarf. Die Angabe auf der Verpackung ist deshalb ein Ausgangspunkt, der anhand der tatsächlichen Entwicklung überprüft werden muss.

Auch Belohnungen zählen zur Tagesration. Als allgemeine Orientierung für gesunde Tiere sollten mindestens 90 Prozent der täglichen Energie aus einer ausgewogenen, bedarfsdeckenden Hauptnahrung stammen. Nicht ausgewogene Extras sollten höchstens etwa zehn Prozent liefern. Bei bestimmten Diäten gelten strengere Vorgaben. [3]

Ein Rechenbeispiel: Bei angenommenen 600 Kilokalorien Tagesbedarf wären zehn Prozent gerade einmal 60 Kilokalorien für solche Extras. Das ist keine Bedarfsempfehlung für deinen Hund, zeigt aber, wie schnell mehrere kleine Belohnungen ins Gewicht fallen können.

Für unsere Vorbereitung ist deshalb hilfreich: Wiege einige Tage lang ab, was tatsächlich im Napf und unterwegs gefüttert wird. So müssen wir später nicht mit „einer Handvoll“ oder „ungefähr einem Becher“ rechnen.

Ernährungsberatung für Katzen: Eigene Bedürfnisse ernst nehmen

Eine Katze ist ernährungsphysiologisch kein kleiner Hund. Sie benötigt eine auf Katzen abgestimmte Versorgung, unter anderem mit ausreichend Protein und essenziellen Nährstoffen wie Taurin. Hundefutter eignet sich deshalb nicht als dauerhafte Hauptnahrung für Katzen.

Genauso wichtig ist, dass die Katze ihre Nahrung zuverlässig aufnimmt. Futterbeschaffenheit, Geruch und individuelle Vorlieben können die Akzeptanz beeinflussen. Feuchtfutter kann zur Wasseraufnahme beitragen; frisches Trinkwasser sollte unabhängig von der Fütterungsform verfügbar sein. [4]

In der Katzenberatung besprechen wir deshalb beispielsweise:

  • Welche Sorten und Konsistenzen deine Katze tatsächlich frisst.
  • Wie du bei mehreren Katzen die Futteraufnahme überblicken kannst.
  • Ob Hauptfutter und zusätzliche Snacks zusammenpassen.
  • Wie sich eine notwendige Umstellung möglichst stressarm gestalten lässt.

Bitte lass eine Katze nicht hungern, damit sie neues Futter akzeptiert. Deutlich verminderte oder ausbleibende Futteraufnahme sollte zeitnah tierärztlich besprochen werden. Längeres Nichtfressen kann insbesondere bei übergewichtigen Katzen eine gefährliche Fettleber begünstigen. [5]

Nassfutter, Trockenfutter, selbst gekocht oder BARF?

Die Fütterungsform allein beantwortet noch nicht, ob eine Ration geeignet ist. Entscheidend sind unter anderem die Nährstoffversorgung, die Lebensphase, die Verträglichkeit und die Sicherheit.

Bei gekauftem Futter ist die Unterscheidung zwischen Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel wichtig. Ein Alleinfuttermittel ist dafür vorgesehen, die tägliche Nährstoffversorgung für die angegebene Tierart und Lebensphase abzudecken. Ein Ergänzungsfuttermittel reicht dafür allein nicht aus. Als fachliche Orientierung für die Nährstoffversorgung gesunder Hunde und Katzen dienen beispielsweise die FEDIAF-Empfehlungen. [6]

Bei selbst gekochten oder rohen Rationen muss die gesamte Zusammensetzung geprüft werden. Fleisch und einige weitere Zutaten ergeben nicht automatisch eine ausgewogene Mahlzeit. Die WSAVA weist bei selbst zusammengestellten Rationen auf mögliche Nährstoffdefizite und Überversorgungen hin. Bei Rohfütterung kommen Risiken durch Krankheitserreger hinzu. [7]

In der Beratung besprechen wir deine bisherige Fütterung und deine Wünsche offen. Empfehlungen müssen fachlich passen und für dich umsetzbar sein.

Woran erkennst du ein geeignetes Futter?

Eine ansprechende Verpackung sagt wenig über die Nährstoffversorgung aus. Auch Begriffe wie „Premium“ oder „ganzheitlich“ ersetzen keine fachliche Bewertung.

Hilfreiche Fragen sind:

  • Für welche Tierart und Lebensphase ist das Futter vorgesehen?
  • Ist es als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet?
  • Welche Angaben zu Energie und Nährstoffen sind verfügbar?
  • Wer entwickelt die Rezepturen?
  • Wie prüft der Hersteller Zutaten und fertiges Futter?

Die WSAVA empfiehlt, bei der Auswahl auch Fachkompetenz und Qualitätskontrollen des Herstellers zu berücksichtigen. Die Zutatenliste allein kann die Gesamtqualität eines Futters nicht zuverlässig beschreiben. [8]

Braucht mein Tier Nahrungsergänzungen?

Das lässt sich erst nach einem Blick auf die gesamte Ration sinnvoll beantworten. Mehr Zusätze bedeuten nicht automatisch eine bessere Versorgung.

Bei einer ausgewogenen Hauptnahrung sind zusätzliche Vitamin- und Mineralstoffpräparate nicht pauschal erforderlich. Bei selbst zusammengestellten Rationen können dagegen genau berechnete Ergänzungen notwendig sein. Ungezielte Zusätze können die Nährstoffversorgung verändern. [4, 6]

Bring deshalb bitte auch Fotos der Ergänzungsprodukte und Angaben zu den tatsächlich gegebenen Mengen mit. So lässt sich nachvollziehen, was dein Tier insgesamt erhält.

Gewicht verändern, ohne die Versorgung aus dem Blick zu verlieren

Wenn ein Tier abnehmen soll, genügt die Empfehlung „Füttere einfach weniger“ häufig nicht. Bei deutlich reduzierter Menge eines normalen Erhaltungsfutters kann auch die Zufuhr wichtiger Nährstoffe zu niedrig werden. Das wird beispielsweise in den AAHA-Leitlinien zur Katzenfütterung ausdrücklich angesprochen. [9]

Wir betrachten deshalb Futterzusammensetzung, Portionen, Extras und den Verlauf gemeinsam. Bei ungewollter Gewichtsabnahme steht zunächst die Ursachenklärung im Vordergrund.

Halte nach Möglichkeit frühere Gewichte und den ungefähren Zeitraum der Veränderung fest. Auch vergleichbare Fotos können für das Gespräch hilfreich sein.

So läuft die Ernährungsberatung bei Tierisch Tiergesundheit ab

1. Du schilderst dein Anliegen

Du erzählst mir, was dich beschäftigt, wie dein Tier gefüttert wird und was du dir von der Beratung wünschst.

2. Wir sammeln die relevanten Informationen

Dazu gehören Angaben zum Tier, aktuelle Futterprodukte, Mengen, Ergänzungen und vorhandene tierärztliche Befunde. Ein Futtertagebuch erleichtert die Vorbereitung.

3. Wir besprechen passende nächste Schritte

Je nach Anliegen geht es um die Überprüfung der bisherigen Fütterung, eine Umstellung, Gewichtsmanagement oder die Gestaltung einer individuellen Ration. Bei Erkrankungen werden tierärztliche Diagnosen und Behandlungen berücksichtigt.

4. Wir prüfen die Entwicklung

Im vereinbarten Rahmen besprechen wir, was sich verändert hat, was gut funktioniert und wo Anpassungen nötig sind. Welche Leistungen und Verlaufstermine dazugehören, klären wir vorab.

Mehr dazu findest du unter Leistungen und Ernährungsberatung.

Was solltest du zum Termin vorbereiten?

Für eine aussagekräftige Beratung helfen mir:

  • Alter, aktuelles Gewicht und möglichst frühere Gewichte.
  • Angaben zu Kastration, Aktivität und Alltag.
  • Fotos der Futterverpackungen einschließlich Deklaration.
  • Tatsächliche Mengen von Hauptfutter, Snacks und Kauartikeln.
  • Namen und Dosierungen von Medikamenten und Ergänzungen.
  • Vorhandene tierärztliche Befunde und Laborergebnisse.
  • Deine Beobachtungen zu Appetit, Verdauung und Veränderungen.

Du musst nicht schon jede Frage beantworten können. Die Unterlagen geben uns eine gemeinsame Grundlage für das Gespräch.

Persönliche Ernährungsberatung in Seelze, Hannover und Rehburg-Loccum

Als Tierheilpraktiker und Ernährungsberater unterstütze ich dich dabei, die Fütterung deines Hundes oder deiner Katze nachvollziehbar zu überprüfen und passende Veränderungen zu planen.

Je nach Anliegen ist die Beratung telefonisch, mobil im Raum Seelze und Hannover oder nach Terminvereinbarung in meiner Praxis auf Gut Rosenbraken in Rehburg-Loccum möglich.

Du möchtest wissen, ob die Ernährungsberatung zu deinem Anliegen passt? Frage hier ein kostenloses Kennenlerngespräch an.

Das Kennenlerngespräch dient der ersten Orientierung. Umfang und Kosten einer anschließenden Beratung besprechen wir vorab. Informationen findest du auch unter Ablauf und Preise.

Eine Ernährungsberatung ersetzt keine notwendige tierärztliche Diagnostik oder Behandlung. Bei akuten, schweren oder ungeklärten Beschwerden ist eine tierärztliche Untersuchung erforderlich.

Häufige Fragen zur Ernährungsberatung für Hunde und Katzen

Ist die Beratung auch für gesunde Tiere sinnvoll?

Ja. Sie kann helfen, eine bestehende Ration zu prüfen, Fragen zu klären oder Veränderungen wie Wachstum und Alter vorzubereiten.

Muss ich danach das Futter wechseln?

Das ergibt sich aus der Prüfung. Manchmal stehen Portionsgrößen, zusätzliche Snacks oder der Fütterungsablauf im Mittelpunkt.

Kann ich mich telefonisch beraten lassen?

Viele Ernährungsfragen lassen sich telefonisch besprechen. Ob dieser Rahmen ausreicht, klären wir anhand deines Anliegens.

Kann eine Ernährungsberatung bei Erkrankungen helfen?

Eine angepasste Fütterung kann Bestandteil der Versorgung sein. Die Empfehlungen richten sich nach Diagnose und individuellem Bedarf. Bei komplexen Erkrankungen kann zusätzlich eine spezialisierte tierärztliche Ernährungsberatung erforderlich sein.

Was kostet die Ernährungsberatung?

Die Kosten hängen vom vereinbarten Umfang ab. Du erfährst vor Beginn, welche Leistungen vorgesehen sind und welche Kosten entstehen. Das erste Kennenlerngespräch ist kostenlos.


Quellen

Recherche: 16. Oktober 2026.

  1. AAHA: Screening Evaluation
  2. AAHA: Nutritional Risk Factors
  3. AAHA: Feeding Plans for Healthy, Appropriate Weight Cats and Dogs
  4. Cornell University: Feeding Your Cat
  5. Cornell University: Hepatic Lipidosis
  6. FEDIAF: Nutritional Guidelines 2025
  7. WSAVA: Raw Meat-Based Diets for Pets
  8. WSAVA: Guidelines on Selecting Pet Foods
  9. AAHA: Nutrition and Weight – Young Adult Cats
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